... Hybris (Ich erstick an meiner …) ...
Kürzlich habe ich in meinem professionellen Umfeld Leute kennengelernt, die so von sich selbst überzeugt sind, dass ich mir dagegen klein und unbedeutend vorgekommen bin. Voll zu unrecht, oder?
Wenn die Akkorde ein bisschen breiter werden und die Melodei irgendwie haltlos rumeiert, kann man seinen Freunden meist problemlos vormachen, dass es sich um ein "jazziges Stück" handelt.
(Peter, der zu recht verkannte Musiktheoretiker)
Kürzlich habe ich in meinem professionellen Umfeld Leute kennengelernt, die so von sich selbst überzeugt sind, dass ich mir dagegen klein und unbedeutend vorgekommen bin. Voll zu unrecht, oder?
Nichts Kompliziertes. Ziemlich geradlinig. Keine verstiegenen Umwege. Fängt vorne an, um später dann hinten aufzuhören. Der einfache Weg.
Ich bin an sich kein Babyhübschfinder und neige nicht zur überschwenglichen Freude über neue Erdenbürger (noch dazu, weil es ja eh schon zu viele davon gibt). Es gibt Ausnahmen und hier ein Stück zur Feier der erfolgreichen Reproduktion enger Freunde. "Reproduktion enger Freunde" hört sich so an, als würde man danach mehr enge Freunde haben. Das muss sich aber erst zeigen – Let's see what happens. Das Stück ist nicht so kitschig wie das Cover-Bild.
Ende November am frühen Abend in Polignano a mare in Apulien. Mit einem überraschend funky Gebimmel fängt die Kirche in der Altstadt an zum vorweihnachtlichen Gottesdienst zu rufen. Vermutlich. Die genauen Gründe für das Geläut sind mir tatsächlich eigentlich nicht bekannt.
Lange schon nichts mehr veröffentlicht. Wozu auch? Was meine musikalischen Spielereien angeht, habe ich mich in den letzten Monaten komplett verzettelt, weil ich unzählige Experimente angefangen und keines davon irgendwie weiter ausgearbeitet habe. Wozu auch? Dann viel mir aber dieser Riff in die Tasten und dann ging alles ganz schnell.
Zum Pesto machen und alles was schmecken soll zusammenpürieren habe ich mir vor Kurzem einen Mörser gekauft; und wegen diverser Probleme beim Teigausrollen im Backblech auch zusätzlich noch ein neues Nudelholz – mit Kugellager. Ob das gourmettechnisch was gebracht hat, kann ich noch nicht sagen. Aber die beiden Geräte verursachen Geräusche, die mich nicht schlafen ließen. Langer Rede kurzer Sinn: Hier der Mørser-Funk.
Ich versuche es ja immer wieder was ganz Ausgefallenes zu machen: Polyrhythmik, Polyphonie, Polytonalität, Polystyrol. Aber dann kommt immer wieder nur was Gewöhnliches dabei raus. Da muss ich leider durch.
Same same no different. Dafür dass in diesem Stück musikalisch mehr oder weniger das Erwartete passiert, ist es doch recht großstädtisch arrangiert, oder? Einsprüche?
Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob dieses Stück harmonisch nicht total schräg ist. Einige Basstöne sind jedenfalls bedenklich, fraglich, fragwürdig, strittig, ungewiss, zweifelhaft (ich habe OpenThesaurus zur Wortfindung verwendet und fand eigentlich alle Vorschläge korrekt, stichhaltig, triftig, zutreffend). Aber was soll's? Mir gefällt's.
Von hinten bis vorne unauffälliger Aufzugsjazz. Man könnte das auch in irgendeiner Touristen-Cocktail-Lounge in Berlin Mitte um 3 Uhr morgens spielen. Aber nur ganz leise.
Vielleicht aber auch nicht.
© Peter Witzel, private@privatepublic.de, gefertigt mit WordPress